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24.09.2003
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Der nächste Potter kommt bestimmt Den Titel kennt man in England angeblich schon
Der fünfte Harry Potter-Band ist noch nicht einmal in deutscher Sprache erschienen, da werden schon Spekulationen um die zukünftigen Abenteuer des Zauberlehrlings laut. Das englische Boulevard-Blatt „Sun“ gab kürzlich die mutmaßlichen Titel der Potter-Bände sechs und sieben bekannt. „Harry Potter And The Mudblood Revolt“ („Harry Potter und die Revolte der Schlammblüter“) sowie „Harry Potter And The Quest Of The Centaur“ („Harry Potter und die Suche nach dem Zentaur“) sollen sie danach heißen.
Wie die „Sun“ herausfand, wurden die Titel von einer Firma namens Seabottom Productions geschützt, die dieselbe Adresse wie die Londoner Rechtsanwälte des Medienkonzerns Warner Brothers aufweist. Dieser hatte die ersten drei Harry-Potter-Bücher verfilmt und umfassende Namensrechte erworben. Das Markenregister verzeichnet ebenfalls eine am 24. Juli diesen Jahres vorgenommene Anmeldung der beiden englischsprachigen Titel als Europäische Gemeinschaftsmarken.
Das die nächsten Bücher tatsächlich auch so heissen werden, ist damit jedoch noch lange nicht bewiesen. Schon häufiger hatten Anwälte der Erfolgsautorin Joanne K. Rowling, die sehr darauf bedacht ist, Inhalte ihrer Bücher bis zur Veröffentlichung strengstens geheim zu halten, alle möglichen Titel und Marken geschützt, die später jedoch keine Verwendung fanden. Neben den genannten Marken wurden am gleichen Tag von der Firma Seabottom Productions Limited noch folgende Gemeinschaftsmarken für die Klassen 09, 16 und 41 angemeldet: HARRY POTTER AND THE SERPENT'S REVENGE, HARRY POTTER AND THE SHADOW OF THE SERPENT, HARRY POTTER AND THE REALM OF THE LION, HARRY POTTER AND THE PARSELTONGUE TROPHY, HARRY POTTER AND THE HOGWARTS HALLOWS, HARRY POTTER AND THE HOGSMEADE TOMB, HARRY POTTER AND THE HALLOWS OF HOGWARTS, HARRY POTTER AND THE GREEN FLAME TORCH, HARRY POTTER AND THE GREAT REVELATION, HARRY POTTER AND THE HALF-BLOOD PRINCE, HARRY POTTER AND THE FINAL REVELATION und HARRY POTTER AND THE BATTLE FOR HOGWARTS
Die Auswahl an potenziellen Titeln ist also groß. Fans äußerten sich über die angebliche Namensgebung der zwei Folgebände jedoch skeptisch. „Rowling hat sich bis jetzt immer coolere Titel einfallen lassen“, zitierte die „Sun“ einen Fan aus dem Internet. In Deutschland sind alle fünf Bände („Harry Potter und der Stein der Weisen“, „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“, „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“, „Harry Potter und der Feuerkelch“ sowie „Harry Potter und der Orden des Phoenix“) geschützt. Allerdings liegt nicht für alle Buchtitel auch eine Markenanmeldung vor. Band eins, zwei und vier wurden im Vorfeld des Erscheinens mit Titelschutzanzeigen gesichert, die Ausgaben drei und fünf sind ausschließlich als Marken eingetragen. Band drei genießt dabei Schutz in Klasse 41 (Unterhaltung), für Band fünf wurden die Klassen 16 (Papierwaren) und 28 (Spielwaren) beansprucht. Während der Titelschutz die Bücher nur gegenüber anderen Medienwerken schützt, ist der Markenschutz des Titels umfassender, da er sich zum Beispiel auch auf Merchandising-Produkte soweit sie im Klassenverzeichnis festgelegt werden, bezieht.
Internationaler Erfolg und eine umfassende Vermarktung Harry Potters, zauberten Rowling bisher ein Vermögen in die eigene Kasse. Eine kürzlich vom Wirtschaftsmagazin Forbes veröffentlichte Liste der bestverdienensten Prominenten aus dem Showgeschäft, führt Rowling mit einen Jahresgehalt von rund 118 Mio. Euro auf einem der vorderen Plätze. Kein Wunder also, dass die Engländerin nicht ans aufhören denkt, zumal die Harry-Potter-Euphorie noch immer ungebremst ist. Zwei Fortsetzungsromane will die Autorin nach eigener Auskunft mindestens noch schreiben. Bevor es jedoch in die nächste Runde geht, wird hierzulande am 08. November erst einmal die deutsche Ausgabe des fünften Bandes „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ im Carlsen Verlag erscheinen. Sie wird schon mit Ungeduld erwartet. Einigen Fans konnte es gar nicht schnell genug gehen, weshalb sie sich in einer Gemeinschaft zusammenfanden und sich selbst an die Übersetzungsarbeit des bereits im Juni im Original erschienen fünften Potter-Bandes machte. Nach einer urheberrechtlichen Prüfung hatte der Carlsen-Verlag jedoch ein Verbot der Veröffentlichung von Übersetzungs-Kostproben erwirkt.
Auch in China, wo Harry Potter in den letzten Jahren ebenfalls Millionen von Menschen verzaubert hat und zu den am besten verkauften westlichen Büchern zählt, kämpft man derzeit mit inoffiziellen Vorübersetzungen des neusten Bandes. Das alleinige Veröffentlichungsrecht für die übersetzte Version von "Harry Potter und der Orden des Phönix" in China, besitzt der People's Literature-Verlag. Dieser entschied kürzlich, den für das Erscheinen der 800.000 Exemplare festgesetzten Termin am 01. Oktober um zehn Tage auf den vergangenen Sonntag vorzuverlegen. Damit will man der Verbreitung illegaler Exemplare vorbeugen, durch die Absatzverluste befürchtet werden. Der Verlag rief deshalb auch zur Mithilfe: „Wir freuen uns über alle Leser, die uns über jede Verletzung des Copyrights oder jede illegale Aktivität informieren. Wenn sich der Verdacht bestätigt, wird es eine Belohnung geben“, zitiert Reuters den Potter-Herausgeber Liu Yushan. Wie diese Belohnung genau aussieht, verriet er allerdings nicht. Vielleicht bekommen findige Detektive ja den neusten Potter umsonst.